Dieser Blog bestand aus 82 Beiträgen und hat in sechzehn Monaten drei Klicks aus der Google-Suche gebracht. Neun Beiträge sind übernommen worden. Hier stehen die Zahlen und die Entscheidungen, die daraus folgten.

In eigener Sache

Alle Zahlen in diesem Beitrag stammen aus der Google Search Console dieser Domain, Zeitraum 17. April 2025 bis 16. August 2026. Der Herausgeber bietet SEO-Dienstleistungen an und betreibt das eingesetzte Redaktionssystem selbst. Ich verdiene an beidem; berücksichtigen Sie das beim Lesen.

Die Ausgangslage

82Beiträge in der Sitemap
20.913Einblendungen
3Klicks
484von 487 Tagen ohne Klick

Zeitraum: 17.04.2025 bis 16.08.2026. Klickrate über alles: 0,014 Prozent.

67 der 82 Beiträge hatten keine einzige Einblendung. Das ist kein Rankingproblem – diese Seiten existierten für die Suchmaschine praktisch nicht.

Wo die Sichtbarkeit herkam

Nach Einblendungen gewichtete Durchschnittsposition je Bereich
BereichAnfragenEinblendungenPositionKlicks
CSS2515936,10
Marke192.27647,50
Begriffe848253,00
Bing621.25754,00
Anbietersuche14911.80473,92
Eintragen281.54773,90

61 Prozent der gesamten Sichtbarkeit entfielen auf eine einzige Adresse: eine Liste der besten SEO-Agenturen, 12.446 Einblendungen, Position 73,7, zwei Klicks.

Position 74 ist Seite acht

Über zwölftausend Einblendungen klingen nach Reichweite. Sie sind das Gegenteil: zwölftausend Gelegenheiten, nicht angeklickt zu werden. Wer solche Zahlen als Vermögenswert liest, schützt beim Umzug genau das Falsche.

Die Entscheidungen

82 Beiträge, drei Töpfe
BehandlungAnzahlBegründung
Adresse bleibt9Volumen oder Position, die einen neuen Text tragen
301 auf ein anderes Portal6Glossar, Angebotsseiten, Firmenseiten – gehören anderswohin
410 Gone68kein Nachfolger, der dieselbe Frage beantwortet

Der auffälligste Posten sind die 68 Adressen mit Statuscode 410. Darunter fallen Neujahrsgrüße, Meldungen über eigene Projekte, Google-Update-Meldungen von 2014 bis 2018 über einen Algorithmus, den es nicht mehr gibt, und thematisch abwegige Beiträge, die auf einem SEO-Blog nie hätten stehen sollen.

Warum nicht auf die Startseite weiterleiten? Weil eine Weiterleitung auf etwas Unpassendes als weiche 404 gewertet wird. Das Ergebnis ist dasselbe wie ohne Weiterleitung – nur langsamer, unter Verbrauch von Abrufkapazität, und man hält es selbst für erledigt.

Was bewusst aufgegeben wurde

Der größte Sichtbarkeitsbereich der Domain. Die Adresse bleibt bestehen, beantwortet aber jetzt eine andere Frage: warum eine Liste der besten SEO-Agenturen nichts wert ist.

Der Grund ist nicht, dass die Position schlecht war. Der Grund ist, dass ich selbst Marktteilnehmer bin. Eine Rangfolge von Wettbewerbern ohne nachprüfbare Erhebung ist eine Tatsachenbehauptung über deren Arbeit – die kann ich nicht belegen, und der Verdacht des Eigeninteresses stünde ohnehin im Raum.

Voraussichtliche Folge: Die Einblendungen fallen weg. Der Preis dafür sind zwei Klicks in sechzehn Monaten.

Eine Ausnahme, die erklärt werden muss

Das Impressum bleibt indexierbar. Es hatte 708 Einblendungen und trägt die Anfrage nach dem Firmennamen – bei Position 53 und null Klicks.

Naheliegend wäre gewesen, es auf noindex zu setzen, damit die Marke auf dem Hauptportal rankt. Das wäre falsch gewesen: Beide Domains verlieren dieselbe Anfrage, und wer das Impressum aus dem Index nimmt, entfernt die einzige Seite mit vollständigen und prüfbaren Betreiberdaten. Das Hauptportal steht dadurch keinen Platz höher.

Der eigentliche Befund liegt woanders: Wenn ein Impressum die beste Antwort auf einen Firmennamen ist, fehlt eine Seite, die über das Unternehmen handelt. Das ist eine Lücke auf dem Hauptportal, kein Überschuss hier.

Der Systemwechsel

Umgestellt wurde von WordPress auf einen statischen Generator. Ausgeliefert wird flaches HTML: keine Programmausführung beim Aufruf, keine Erweiterungen Dritter, kein Einwilligungsbanner, weil keine einwilligungspflichtige Verarbeitung stattfindet.

Der Wechsel war nicht der Anlass für den Relaunch, sondern seine Gelegenheit. Der Anlass waren die Zahlen. Wer 67 unsichtbare Beiträge in ein neues System überträgt, hat 67 unsichtbare Beiträge in einem neuen System.

Die vollständige Abwägung für und gegen einen eigenen Generator – samt der Nachteile – steht auf meinem Betriebsblog, ebenso die Entscheidungsregel zwischen 301 und 410 in allgemeiner Form.

Was jetzt offen ist

  • Ob es funktioniert, weiß niemand. Belastbar wird das nicht vor drei bis sechs Monaten. Vorher zeigen die Daten nur, dass sich etwas geändert hat.
  • Ein Nachtrag gehört dazu. Diese Seite bekommt eine Fortschreibung mit den Zahlen danach – auch wenn sie unangenehm ausfällt. Sonst wäre die Offenlegung eine Geste.
  • Die Aufgabe des Agenturbereichs ist eine Wette. Sie könnte falsch sein: Vielleicht wären aus zwölftausend Einblendungen irgendwann Klicks geworden. Ich halte das für unwahrscheinlich, aber es ist eine Einschätzung, kein Beleg.
Der unbequemste Teil einer Auswertung ist nicht, dass die Zahlen schlecht sind. Es ist, dass sie eine Entscheidung erzwingen, die man ohne sie hätte vermeiden können.