Interne Verweise kosten nichts, brauchen keine Genehmigung und niemanden von außen. Sie sind die günstigste Maßnahme überhaupt – und die, die am zuverlässigsten ausgelassen wird.

Drei Aufgaben

🧭Auffindbarkeit

Suchmaschinen folgen Verweisen. Eine Adresse, auf die niemand zeigt, ist nur über die Sitemap erreichbar – und wird deutlich seltener abgerufen.

⚖️Gewichtung

Was von vielen Stellen aus verlinkt wird, gilt als wichtiger. Die Website sagt damit selbst, worauf es ankommt.

🏷️Einordnung

Der Ankertext beschreibt die Zielseite. Das ist eine Angabe, die nichts kostet – und regelmäßig verschenkt wird.

Verwaiste Seiten

Eine Seite ohne einen einzigen eingehenden internen Verweis. Sie entsteht selten absichtlich, sondern nebenbei: Ein Beitrag wird veröffentlicht und aus keiner Übersicht verlinkt. Eine Landingseite entsteht für eine Kampagne und bleibt danach stehen. Eine Kategorie wird umbenannt, und die alten Beiträge hängen in der Luft.

Warum das schwer auffällt

Die Seite selbst ist einwandfrei. Sie lädt, sie ist erreichbar, sie steht in der Sitemap. Nur führt kein Weg dorthin – und von außen sieht man das nicht, weil man die Adresse ja kennt, wenn man sie prüft.

Der Abgleich ist die einzige verlässliche Prüfung: vollständige Adressliste gegen die Liste aller intern verlinkten Adressen. Was in der ersten steht und in der zweiten fehlt, ist verwaist.

Klicktiefe

Wie viele Klicks von der Startseite bis zur Zielseite? Als Faustregel gilt: höchstens drei bis vier für alles, was wichtig ist. Nicht weil eine feste Grenze bekannt wäre, sondern weil tief liegende Seiten seltener abgerufen werden – und weil Besucher sie ebenfalls nicht finden.

Prüfen lässt sich das ohne Werkzeug: Startseite öffnen und versuchen, eine wichtige Unterseite durch Klicken zu erreichen. Wer dabei die Suche benutzen muss, hat den Befund.

Ankertexte

Verschenkt
  • „hier klicken"
  • „mehr erfahren"
  • „weiterlesen"
  • die nackte Adresse
Brauchbar
  • „Warum Google Seitentitel umschreibt"
  • „der Canonical-Verweis"
  • „die Prüfliste für den SEO-Check"
  • kurz, beschreibend, aus dem Satz heraus

Der Ankertext ist zugleich eine Frage der Bedienbarkeit: Wer eine Seite mit einer Vorlesesoftware durchgeht, bekommt oft nur die Verweise vorgelesen. Eine Liste aus zwölfmal „hier klicken" ist dann unbrauchbar.

Drei verbreitete Fehler

  1. Verweise, die erst durch JavaScript entstehen

    Sie werden nicht sicher ausgewertet. Wer prüfen will, schaltet JavaScript im Browser ab und sieht nach, was von der Navigation übrig bleibt.

  2. Der Fußbereich, der alles verlinkt

    Sechzig Verweise auf jeder Seite gewichten nichts, weil sie nichts unterscheiden. Ein Fußbereich gehört auf die Handvoll Seiten beschränkt, die tatsächlich überall erreichbar sein müssen.

  3. Interne Verweise mit nofollow

    Fast immer unnötig. Es hindert die Suchmaschine daran, dem Verweis zu folgen, ohne dass das Gewicht anderswohin ginge. Soll eine Seite nicht in den Index, gehört das auf die Seite – nicht in die Verweise darauf.

Die Prüfung, die sich lohnt

Nach jedem Umbau die internen Verweise auf Fehlerziele durchsehen. Nach einem Umzug zeigen regelmäßig Verweise auf Adressen, die es nicht mehr gibt – und die verweisende Seite sieht dabei einwandfrei aus.