Man schreibt einen Titel, prüft ihn im Quelltext, sucht danach – und in den Ergebnissen steht etwas anderes. Das ist kein Fehler.
Woraus die Anzeige gebildet wird
Der Titel im Quelltext ist eine von mehreren Quellen. Herangezogen werden außerdem:
Oft die bessere Beschreibung der Seite, weil sie für Leser geschrieben wurde und nicht für eine Ergebnisliste.
Wie andere die Seite nennen. Das ist eine Fremdeinschätzung – und manchmal die treffendere.
Vor allem für die Beschreibung: Gezeigt wird bevorzugt die Stelle, die zur gestellten Anfrage passt.
Wann ersetzt wird
- Der Titel ist zu lang. Statt ihn abzuschneiden, wird gelegentlich ein kürzerer gebildet.
- Er besteht aus Wiederholungen. „Leistungen | SEO | SEO Agentur | Firma" ist eine Aufzählung, kein Titel.
- Er lautet auf allen Seiten gleich. Dann unterscheidet er nichts, und die Überschrift ist brauchbarer.
- Er greift die Anfrage nicht auf. Wer nach etwas Bestimmtem sucht, bekommt eher eine Formulierung gezeigt, die dazu passt.
- Der Firmenname belegt die halbe Breite. Der häufigste vermeidbare Grund.
Gemessen wird in Breite, nicht in Zeichen – ein „W" ist breiter als ein „i", und die verfügbare Breite unterscheidet sich zwischen Telefon und Schreibtisch. Die üblichen Angaben von 55 bis 60 Zeichen beim Titel und 150 bis 160 bei der Beschreibung sind Faustregeln, keine Grenzen.
Praktisch folgt daraus nur eines: Das Wichtige nach vorn. Was hinten steht, kann fehlen.
Die Beschreibung
Sie wird noch häufiger ersetzt als der Titel, und das aus gutem Grund: Suchmaschinen zeigen bevorzugt eine Stelle aus dem Text, die die gestellte Anfrage enthält. Bei zehn verschiedenen Anfragen können zehn verschiedene Ausschnitte erscheinen – eine feste Beschreibung könnte das nicht leisten.
Sie ist außerdem kein Bewertungsmerkmal. Das heißt nicht, dass man sie weglassen sollte: Wo sie gezeigt wird, entscheidet sie mit darüber, ob jemand klickt. Es heißt nur, dass Schlagworte darin nichts nützen.
Was tatsächlich hilft
- Die Frage benennen, nicht das Thema
„Warum Google Ihren Seitentitel umschreibt" statt „Titel-Optimierung". Das Erste beantwortet etwas, das Zweite kündigt an.
- Zusätze kurz halten
Ein Markenzusatz am Ende, durch ein Trennzeichen abgesetzt, mehr nicht. Auf der Startseite darf er vorn stehen.
- Je Seite ein eigener Titel
Doppelte Titel entstehen bei Übersichten, Paginierungen und Filterseiten fast von allein. Die Search Console meldet sie nicht mehr eigens – ein Blick in die Sitemap und zwei Stichproben genügen.
- Die Antwort früh in den Text
Weil die Beschreibung meist von dort stammt. Wer die Antwort im vierten Absatz versteckt, überlässt die Auswahl dem Zufall.
- Klickrate je Anfrage ansehen
In der Search Console: Anfragen mit vielen Einblendungen und auffällig wenigen Klicks bei brauchbarer Position. Dort lohnt ein anderer Titel – und dort auch nur.