Die meistgestellte Frage zu Bing ist nicht, wie man dort besser rankt. Es ist die nach dem Namen – und die Antwort führt nach Japan.

Der Betreiber

Bing ist die Suchmaschine der Microsoft Corporation. Sie ist kein eigenes Unternehmen, sondern ein Dienst innerhalb des Konzerns – ein Unterschied zu Google, wo Suchmaschine und Konzern dieselbe Wurzel haben und lange denselben Namen trugen.

1998 MSN Search

Microsofts erster eigener Suchdienst, zunächst mit fremden Ergebnissen.

2006 Live Search

Umbenennung im Zuge der Windows-Live-Marke. Der Name setzte sich nie durch.

2009 Kumo → Bing

Neuentwicklung unter dem Codenamen Kumo, veröffentlicht am 1. Juni 2009 als Bing.

Kumo – der ursprüngliche Codename

Während der Entwicklung lief das Vorhaben unter dem Namen Kumo. Das Wort ist japanisch und bedeutet Wolke; unter dieser Bezeichnung fand auch der interne Testbetrieb statt. Für kurze Zeit galt Kumo als wahrscheinlicher Produktname.

Zur Veröffentlichung fiel die Entscheidung anders. Die Anforderungen an den Namen waren: kurz genug, um ihn sich zu merken, in vielen Sprachen aussprechbar – und als Verb verwendbar. „Googeln" hatte gezeigt, welchen Wert es hat, wenn ein Markenname zur Tätigkeit wird.

Warum der Codename bis heute gesucht wird

Die Frage nach dem ursprünglichen Codenamen taucht in Quizfragen, Prüfungen und Schulungsunterlagen auf. Sie hat eine eindeutige, prüfbare Antwort – und das ist selten genug bei Fragen rund um Suchmaschinen.

Wo Bing überall steckt

Der eigene Marktanteil unterschätzt die Reichweite, weil Bing auch Ergebnisse an Dritte liefert. Dazu gehören die Yahoo-Suche und, in Teilen, DuckDuckGo. Wer bei Bing nicht auftaucht, fehlt damit an mehreren Stellen gleichzeitig.

In Deutschland liegt der Anteil deutlich hinter Google. Genaue Zahlen schwanken je nach Erhebungsmethode erheblich, und Anbieter solcher Statistiken haben unterschiedliche Grundgesamtheiten – belastbar ist nur die Größenordnung: Google ist die dominierende Suchmaschine, Bing der wichtigste Zweitanbieter.

Was Betreiber davon haben

  • Bing Webmaster Tools. Kostenlos, mit eigener Anfragenauswertung. Die Anmeldung dauert Minuten, und ein bestehendes Search-Console-Konto lässt sich beim Einrichten übernehmen.
  • IndexNow. Ein Meldeverfahren für geänderte Adressen, statt auf den nächsten Abruf zu warten. Sinnvoll bei häufigen Änderungen, entbehrlich bei einem statischen Auftritt.
  • Andere Gewichtung. Bing bewertet nicht identisch zu Google. Wer beide Auswertungen nebeneinanderlegt, sieht bei abweichenden Positionen für dieselbe Seite oft, woran es liegt.
Die einfache Empfehlung

Anmelden, Sitemap hinterlegen, danach gelegentlich hineinsehen. Der Aufwand ist einmalig und klein. Eine eigene Optimierung „für Bing" lohnt für die meisten Auftritte nicht – die Grundlagen sind dieselben.