Die Frage ist über zwanzig Jahre alt und wird bis heute gestellt – weil bis heute jemand daran verdient, sie mit „ja" zu beantworten.
Wie Suchmaschinen tatsächlich finden
Ein Abrufprogramm lädt eine Seite, liest die Verweise darauf und stellt die gefundenen Adressen in eine Warteschlange. Dann die nächste. So wächst der Index – nicht über Anmeldungen, sondern über Verweise.
Daraus folgt alles Weitere: Ein einziger Verweis von einer bereits bekannten Seite genügt, damit eine neue Adresse abgerufen wird. Ein Eintrag im eigenen Branchenverzeichnis, ein Beitrag in einem Fachforum, ein Verweis von der eigenen zweiten Website – mehr braucht es für den Anfang nicht.
Eigenständige Indizes betreiben weltweit nur eine Handvoll Anbieter. Fast alle übrigen Dienste zeigen Ergebnisse davon – DuckDuckGo und die Yahoo-Suche greifen in Teilen auf Bing zurück, Ecosia und Startpage auf andere Quellen.
Wer für den Eintrag in hunderte „Suchmaschinen" bezahlt, bezahlt für Einträge in Verzeichnisse, die niemand aufruft.
Was tatsächlich hilft
- Search Console und Bing Webmaster Tools einrichten
Kostenlos, dauert Minuten. Beide zeigen, ob eine Adresse abgerufen wurde und was dagegensprach. Das ist der eigentliche Nutzen – nicht die Anmeldung, sondern die Auskunft.
- Sitemap hinterlegen
Unter /sitemap.xml und in beiden Werkzeugen eingetragen. Sie ersetzt keine Verweise, hilft aber bei Seiten, die intern schlecht erreichbar sind.
- Einen einzigen echten Verweis besorgen
Aus dem eigenen Bestand, aus einem Fachverzeichnis der Branche, aus einem Beitrag. Einer genügt, um gefunden zu werden.
- Bei Bedarf den Abruf anstoßen
In der Search Console lässt sich für einzelne Adressen ein Abruf beantragen. Sinnvoll bei einer neuen wichtigen Seite, sinnlos als Dauermaßnahme.
Der häufigere Fall
Wenn eine Seite nicht im Index ist, liegt es fast nie daran, dass die Suchmaschine nichts von ihr weiß. Es liegt daran, dass sie etwas gefunden hat, das dagegenspricht:
- Ein noindex aus der Entwicklungsphase, das beim Livegang niemand entfernt hat.
- Eine Sperre in der robots.txt – häufig ein Disallow: /, das ebenfalls aus der Entwicklung stammt.
- Ein Canonical-Verweis auf eine andere Adresse, gesetzt von einem Erweiterungsmodul.
- Eine Seite ohne eigenständigen Inhalt, die abgerufen und nicht aufgenommen wurde.
In allen vier Fällen bringt eine Anmeldung nichts. Die Abfrage in der Search Console bringt die Antwort in einer Minute.
Woran man ein unseriöses Angebot erkennt
„Eintrag in 500 Suchmaschinen". Die Zahl ist das Verkaufsargument, weil das Ergebnis keines wäre.
„Nur heute" bei einer Leistung, die keinen Stichtag kennt.
Niemand kontrolliert den Algorithmus. Wer Platz 1 verspricht, meint eine Anfrage, nach der niemand sucht.
Ein bekanntes Muster: Schreiben, die wie eine Rechnung für einen Verzeichniseintrag aussehen und tatsächlich ein Vertragsangebot sind. Genau lesen.