Der Titel steht in vielen Stellenanzeigen und sagt für sich genommen wenig. Er ist nicht geschützt, es gibt keine vorgeschriebene Ausbildung, und was tatsächlich dahintersteckt, unterscheidet sich von Haus zu Haus erheblich.

Vier Bereiche

🔍Analyse

Welche Anfragen führen zum Angebot, welche werden von wem beantwortet, wo besteht eine Lücke. Weniger Schlagwortlisten, mehr die Frage, was jemand eigentlich wissen will.

⚙️Technik

Indexierbarkeit, Adressstruktur, Weiterleitungen, Ladeverhalten, strukturierte Daten. Der Bereich, in dem die meisten Befunde liegen – und der am häufigsten unterschätzt wird.

📝Inhalt

Planen, beurteilen, veralteten Bestand erkennen. Nicht zwingend selbst schreiben, aber beurteilen können, ob ein Text die Frage beantwortet, mit der jemand kam.

📊Auswertung

Search Console und Webanalyse lesen – und dabei wissen, was die Zahlen nicht sagen. Einblendungen ohne Position sind keine Reichweite.

Was die Rolle in der Praxis unterscheidet

Kleineres Unternehmen
  • Die Rolle umfasst oft auch Inhalte und Anzeigen
  • Häufig gleichzeitig zuständig für die Website insgesamt
  • Mehr Selbermachen, weniger Koordination
  • Technische Kenntnisse sind praktisch Voraussetzung
Größeres Unternehmen
  • Stärker auf Analyse und Abstimmung zugeschnitten
  • Umsetzung liegt bei Entwicklung und Redaktion
  • Mehr Zeit für Auswertung, weniger für Handarbeit
  • Die Hauptaufgabe ist oft, Vorhaben durchzusetzen

Qualifikation

Es gibt keine duale Ausbildung und keine staatlich anerkannte Prüfung. Übliche Wege führen über Marketing, Informatik oder den Quereinstieg aus Redaktion und Webentwicklung.

Zertifikate privater Anbieter gibt es zahlreich. Sie belegen die Teilnahme an einer Schulung – nicht mehr und nicht weniger. Aussagekräftiger ist, ob jemand einen konkreten Fall schildern kann: was war das Problem, wie wurde es gefunden, was hat geholfen, was nicht.

Ein Warnzeichen in Stellenanzeigen

Zielvorgaben zu Positionen. Niemand kontrolliert den Algorithmus einer Suchmaschine; eine Zusage auf Platz 1 ist entweder unehrlich oder meint eine Anfrage, nach der niemand sucht. Ebenso auffällig: eine Aufgabenliste, die Inhalte, Technik, Anzeigen, soziale Netzwerke und Entwicklung vereint. Das ist keine Rolle, das ist eine Abteilung.

Manager, Consultant, Berater

Die Bezeichnungen werden austauschbar verwendet. „Manager" deutet eher auf eine feste Anstellung mit dauerhafter Verantwortung hin, „Consultant" oder „Berater" eher auf eine Rolle von außen. Verlässlich ist die Unterscheidung nicht.

Wer wissen will, was gemeint ist, liest die Aufgabenbeschreibung – und fragt nach, wer die Umsetzung macht. Daran entscheidet sich, ob die Stelle Handwerk oder Koordination ist.

In eigener Sache

Der Herausgeber dieses Blogs übt diesen Beruf selbst aus. Dieser Beitrag beschreibt das Berufsbild, nicht das eigene Angebot; dafür gibt es eine eigene Seite.